Neuigkeiten für Lehrbeauftragte

Posted on März 23, 2009. Filed under: Lehrbeauftragten |

Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten an Hochschulen

Im März 2012 haben drei Lehrbeauftragte des Sprachenzentrums der FU Berlin einen Brief an alle anderen Sprachlehrbeauftragten geschrieben, unter dem Titel

„Zusammen sind wir weniger allein“.

Zwischen April und Juli 2012 wurde der Brief zuerst auf Deutsch und dann auch auf Englisch an die E-Mail-Adressen geschickt, die auf den Webseiten der Sprachenzentren und anderer universitärer Einrichtungen, an denen Sprachen unterrichtet werden (Philologien, wirtschaftliche Fakultäten), zu finden waren.

Wir haben eine zweigleisige Strategie vorgeschlagen: Zum einen sollen die Sprachenzentren mit ausreichenden Stellen ausgestattet werden, damit Daueraufgaben von Personen mit Dauerstellen übernommen werden. Zum anderen sollen die Honorare der Lehrbeauftragten erhöht und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.Dann wäre der Einsatz von Lehrbeauftragten für die Hochschulen weniger kostengünstig.

Jetzt steht zum 27.10. das erste bundesweite Treffen in Berlin bevor.

Auf dem Programm steht u.a.:

  •  die Benennung und Konstituierung der Gruppe;

    •  die Wahl einer Koordination;

      • eine erste Definition der lokalen und bundesweiten Strategie;

        • die Zusammenarbeit mit GEW und ver.di.

          Es ist nicht leicht, für prekär beschäftigte DozentInnen die Zeit und den Mut zu finden, sich zu engagieren. Diese Initiative soll ein Zeichen gegen die Resignation über unsere schlechten Arbeitsbedingungen setzen.

          Linda Guzzetti

           

Es bewegt sich was … Die Lehrbeauftragten der Sprachenzentren fordern höhere Honorare Von Linda Guzzetti, Lehrbeauftragte für Italienisch An den Sprachenzentren der Universitäten wird zwischen der Hälfte und zwei Dritteln der Lehre von Lehrbeauftragten erteilt. Zum Großteil arbeiten die gleichen DozentInnen über Jahre mit jeweils einsemestrigen Verträgen. In den letzten beiden Semestern hat sich zwar einiges unter den Lehrbeauftragten an den Sprachenzentren der Berliner Universitäten bewegt, aber leider nicht die Honorarhöhe, die 2001 auf Druck der GEW letztmals angehoben wurde auf 21,40 Euro pro Unterrichtseinheit inklusive Vor- und Nachbereitung. Dieser niedrige Honorarsatz und die Regelung, dass man an jeder Universität nicht mehr als acht Semesterwochenstunden arbeiten darf, führen dazu, dass wir Lehrbeauftragten unser Einkommen durch eine Reihe unterschiedlicher Jobs an mehreren Universitäten, Volkshochschulen und privaten Einrichtungen bestreiten müssen. Die Honorarfrage Die bisher berlinweit geltenden Vorschriften über die Höhe der Lehrauftragsentgelte in den Hochschulen sind Ende März 2007 ausgelaufen. Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner hatte in einem Brief an die Hochschulen angekündigt, dass er die Festlegung der Stundensätze nicht mehr einheitlich regeln, sondern dies den einzelnen Einrichtungen überlassen wolle. Viele KollegInnen an den Sprachenzentren befürchteten, dass sie nun noch weniger bekommen würden als zuvor. Die GEW organisierte deshalb eine Online-Abstimmung gegen die völlige Freigabe der Honorare mit der Forderung, wenigstens einen Mindestsatz vorzugeben, der von den Hochschulen nicht unterschritten werden darf. Diese Abstimmung und andere Aktivitäten der GEW führten schließlich dazu, dass Ende 2007 neue Ausführungsvorschriften erlassen wurden. Diese sehen eine Mindeststundenvergütung von 21, 40 Euro vor, was der bisherigen Untergrenze für das Honorar der Lehrbeauftragten mit der Funktion einer Lehrkraft für besondere Aufgaben entspricht. Die Lehrbeauftragten der Sprachenzentren wollen jetzt eine Erhöhung ihres Honorars durchsetzen, denn der Satz von 21,40 Euro ist lediglich ein Mindestbetrag, kein vorgegebener Regelbetrag. Außerdem haben sich die Preise seit 2001 erheblich erhöht, was bei dem ohnehin geringen Stundensatz noch stärker ins Gewicht fällt. Die Forderungen an den Sprachenzentren der Technischen, der Freien und der Humboldt-Universität, sind dabei ähnlich, aber nicht identisch:

TU-Forderung:

Allgemeinsprachliche Kurse, 28,40 €; Fachsprachenkurse 35.- € FU-Forderung: Allgemeinsprachliche Kurse, 28,40 € HU-Forderung: Allgemeinsprachliche Kurse, 25.- €; Fachsprachenkurse 28.- € Freie Universität: Erhöhung zum Wintersemester? Die Forderungen wurden schriftlich erklärt und von der überwiegenden Mehrheit der Lehrbeauftragten unterschrieben. Darauf gab es sehr unterschiedliche Reaktionen der Leitungen der Sprachenzentren und je nach Universität sind verschiedene Instanzen in Spiel gekommen.

Am Sprachenzentrum der FU haben die Lehrbeauftragten eine Vertretung im Geschäftsführenden Ausschuss: Daher konnte ich als Vertreterin unsere Forderungen dort darstellen. Der Geschäftsführende Ausschuss hat diese gut geheißen, aber beklagt, dass das eigene Budget wenig Spielraum biete und das Sprachenzentrum die Zustimmung der zentralen Instanzen der Uni brauche. Bei einem Treffen mit der Vizepräsidentin erklärte diese, dass die einzelnen Einrichtungen über die Höhe der Honorare frei beschließen könnten. Der Leiter des Sprachenzentrums war dagegen der Meinung, dass ein Beschluss des Präsidiums notwendig sei. Inzwischen hat er aber angekündigt, dass es auch ohne Zustimmung der Zentralverwaltung möglich sei, aus dem Budget des Sprachenzentrums für alle Lehrbeauftragten das Honorar auf 23,50 Euro zu erhöhen. Anfang September war aber noch nicht klar, ob diese Erhöhung tatsächlich schon im Wintersemester gilt.

Technische Universität: Noch alles im Fluss

An der ZEMS (so heißt das Sprachenzentrum der TU) haben die Lehrbeauftragten eine Vertretung im Beirat. Der Beirat hat sich im Februar 2008 für die Forderung nach höheren Honoraren ausgesprochen und dem Akademischen Senat seine Stellungnahme zugeleitet. Am Anfang des Sommersemesters hat der Akademische Senat mit großer Eile beschlossen, dass die Honorare an der TU nach dem Muster der alten Ausführungsvorschriften des Berliner Senats bezahlt werden. Es wurde aber ein Punkt hinzugefügt: Lehrbeauftragte, die fachsprachliche Kurse leiten, erhalten 29,10 Euro. Dies wurde am Sprachenzentrum der TU schon vorher praktiziert. Die Reformfraktion, die im Akademischen Senat in der Minderheit ist, hat durchgesetzt, dass dieser Beschluss nur für das Sommersemester gilt und alle Bereiche dem Akademischen Senat Angaben über Anzahl und Bezahlung der Lehrbeauftragten vorlegen müssen. Im Juli 2008 hat der Akademische Senat zwar das Thema wieder diskutiert, aber ohne zu einem endgültigen Beschluss zu kommen. Eine Kommission soll bis zum Herbst einen Vorschlag unterbreiten. Die Reformfraktion will über diese Kommission eine Erhöhung des Minimums und die Bezahlung der für Abschlussprüfungen relevanten Aufgabenkorrekturen durchsetzen.

Humboldt – Universität: Die Antwort steht noch aus

An der Humboldt – Universität haben die Lehrbeauftragten keine Vertretung im Direktorium. Am Ende des Wintersemesters hatte die Direktorin mich als erste Unterzeichnerin des Briefs der Lehrbeauftragen zu einem Treffen eingeladen. Sie hatte sich dabei bereit erklärt zu überprüfen, um welchen Betrag das Honorar der Lehrbeauftragten im Rahmen des Budgets des Sprachenzentrums erhöht werden könnte. Im Sommersemester trug die Leitung einen Vorschlag vor, bei dem die Honorare der Lehrbeauftragten für alle Kurse auf den Niveaus A und B des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (also für die überwiegende Mehrheit) unverändert bleiben, die Honorare für die Kurse auf Niveau C sowie für die nichteuropäischen Sprachen auf 23 Euro erhöht werden. Da dies völlig unzureichend ist, haben die Lehrbeauftragten des Sprachenzentrums der HU ihre Forderungen in einem Brief an den Vizepräsidenten für Lehre erneuert. Eine Antwort steht bis heute aus. Neue Aufbruchstimmung Zum ersten Mal nach vielen Jahren haben wir Lehrbeauftragten der Berliner Sprachenzentren eine Mobilisierung erlebt. Obwohl es immer schwer ist, große Treffen zu organisieren, da jedeR andere Termine und Unterrichtszeiten hat, gab es an allen drei Sprachenzentren Zusammenkünfte. Die Lehrbeauftragten an den Sprachenzentren merken allmählich, dass durchaus eine Chance besteht, durch eigene Aktivitäten die sehr schlechte Lage in Bezug auf Status und Bezahlung zu verbessern. In der GEW BERLIN gibt es eine Arbeitsgruppe Lehrbeauftragte. Bei Interesse an der Mitarbeit bitte Email senden an wissenschaft@gew-berlin.de Weitere Infos unter: http://www.gew-berlin.de/549.htm

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Eine Antwort to “Neuigkeiten für Lehrbeauftragte”

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Den obrigen Artkel habe ich (Linda Guzzetti) für die blz (Zeitung der Berlienr GEW) Ausbabe von Oktober 2008 geschrieben.


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